Maßnahmen für verlässliche Kindertagesbetreuung

Wie in anderen Kommunen steigt auch in Esslingen der Bedarf an Betreuungsplätzen stetig an, gleichzeitig fehlt es an pädagogischen Fachkräften. 

Garderobe in einer Kita
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Die Stadtverwaltung hat Maßnahmen für diese Herausforderungen entwickelt, um weitere Kita-Plätze zu schaffen und mehr Personal zu gewinnen.

Wie ist die Situation in Esslingen?

Für das Kindergartenjahr 2024/2025 fehlen bei den unter Dreijährigen Stand März 2024 284 Plätze, bei den über Dreijährigen sind es 242. Aufgrund des Fachkräftemangels konnten nicht alle Gruppen eröffnet werden. Wenn weiteres Personal eingestellt werden kann, besteht hier noch ein Potenzial von 70 U3-Plätzen und 145 Ü3-Plätzen.

Was wurde bisher getan, um die Personalsituation zu verbessern?

2019 hat die Stadtverwaltung eine Personaloffensive gestartet, um die Arbeitsbedingungen in den Kitas zu verbessern. Dafür wurden die Kita-Leitungen sowie deren Stellvertretungen außertariflich eingruppiert. Zudem wurden auch die stellvertretenden Leitungen für pädagogische Leitungsaufgaben freigestellt. Die Verfügungszeit im Ganztag wurde angepasst, also die Zeit, die das Personal nicht in der Gruppe verbringt, sondern für andere wichtige Aufgaben nutzen kann. Die Ausbildungsplätze wurden erhöht und Stellen unbefristet nachbesetzt. Es gibt zusätzliche Fortbildungsangebote und Klausurtage für pädagogische Arbeit sowie Teamentwicklung. Darüber hinaus stehen Belegplätze für die Kinder von Mitarbeitenden zur Verfügung.
Die Ergebnisse sind erfolgversprechend: Die Zahl der nichteröffneten Gruppen sank von 18 auf vier und die unbesetzten Fachkraftstellen von 139 auf 38. Besonders erfolgreich ist die Erhöhung der Ausbildungsplätze: Alle vorhandenen 45 Praxisintegrierten Ausbildungsplätze (PiA) sind in diesem Ausbildungsjahr besetzt. Bei dieser dualen Ausbildung sind die Auszubildenden beim Träger der Kita angestellt und erhalten ein Ausbildungsgehalt. Zehn von elf PiA-Absolventinnen und -Absolventen konnten im August 2023 übernommen werden, ebenso wie alle sieben Anerkennungspraktikantinnen. Auch die Gewinnung von ausländischen Fachkräften wird derzeit geprüft.

Wie wird die Qualität an Kitas weiterentwickelt?

Parallel zur Personaloffensive wurden gemeinsam ein Leitbild, Qualitätsstandards und Ziele für die Kindertageseinrichtungen erarbeitet. Für die Mitarbeitenden sollen damit gute Rahmenbedingungen für eine qualitätsvolle Arbeit geschaffen werden. Die erhöhte Zufriedenheit unterstützt bei der Bindung von Mitarbeitenden ebenso wie bei der Gewinnung von neuem Personal. Auch die Teilnahme am Landesförderprogramm „Trägerspezifische innovative Projekte (TiP)“ lieferte dazu wichtige Erkenntnisse. Das innovative Konzept verknüpft das Thema Personalgewinnung mit der inhaltlichen Weiterentwicklung der Kitas. Dabei wurden in zehn städtischen Kitas multiprofessionelle Teams eingesetzt und acht Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger zu Fachkräften qualifiziert.

Was wird kurzfristig umgesetzt, um die Herausforderungen zu meistern?

Trotz aller Bemühungen ist derzeit nicht genug Personal vorhanden, um die aktuellen Öffnungszeiten aufrechterhalten zu können. Daher muss das Angebot an das verfügbare, pädagogische Personal angepasst werden. Die Öffnungszeiten sollen auf maximal 45 Stunden pro Woche reduziert werden. Dies soll ab 1. September 2024 für Kinder gelten, die zu diesem Datum neu angemeldet worden sind. Für Kinder, die bereits vor dem 1. September 2024 eine städtische Kita oder eines freien Trägers besuchen, soll diese Regelung erst ab 1. Januar 2025 gelten. Die Reduzierung der Öffnungszeiten wird dem Gemeinderat am 13. Mai zum Beschluss vorgelegt.
Um dem Personalmangel zu begegnen, kann zudem als befristete Maßnahme der Mindestpersonalschlüssel bis zu 20 Prozent unterschritten sowie vorübergehend die Gruppenstärke etwas erhöht werden. Dies hängt von den konkreten Möglichkeiten vor Ort ab. Parallel dazu gehen die Bemühungen, Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger zu gewinnen und zu qualifizieren weiter. Außerdem sollen die Erhöhung der Platzpauschale und der Ausbau der Tagespflege in anderen geeigneten Räumen (TiagR) dazu beitragen, mehr U3-Plätze zu schaffen. Durch die Teilnahme an einem Landesprogramm zum Direkteinstieg will die Stadt zudem Personen mit mindestens Hauptschulabschluss und abgeschlossener Berufsausbildung für die praxisintegrierte Ausbildung zur sozialpädagogischen Assistenz gewinnen.  

Was sind die langfristigen Maßnahmen?

Vorrangig werden Plätze für Kinder ab 3 Jahren geschaffen, um ihnen den Zugang zu frühkindlicher Bildung zu ermöglichen. Außerdem werden Plätze mit einer Regelbetreuungszeit von täglich 6 beziehungsweise 7 Stunden (VÖ 6/7) ausgebaut. Bei neu entstehenden Kitas werden vermehrt VÖ-Gruppen statt Ganztagsgruppen eingerichtet. Bei bestehenden Kitas wird geprüft, inwiefern eine Umstellung möglich ist. So können pro Gruppe mehr Plätze zur Verfügung gestellt werden, während weniger Personal benötigt wird. Beim künftigen Ausbau von Kitas werden bevorzugt Ü3-Gruppen eingerichtet.
Da die Einwohnerzahl steigt und Neubaugebiete besiedelt werden, sind weitere Betreuungsplätze nötig. Geplant sind aktuell eine Kita im Roser-Areal, auf dem VFL-Post-Gelände, im Tobias-Mayer-Quartier, im Hochschulareal, die Erweiterung der Kitas Hirschlandstraße, Fröbelweg und Entengraben sowie eine Sport- und eine Naturkita.

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